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Bundestagskandidatin auf Pflegetour am 10.Sept
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Ruth Hohenadl, FDP-Bundestagskandidatin im Münchener Norden, hat sich die Pflegepolitik auf die Fahnen geschrieben. Seit Jahren besucht sie Pflegestammtische und tauscht sich mit Angehörigen und Pflegepersonal über die Probleme der Pflege aus. „Aber mir genügt es nicht, nur über Pflege zu reden oder gelegentlich ein Heim zu besichtigen“, erklärte sie. „So kann ich nicht wirklich erfahren, wo es klemmt. Ich muss einfach selbst sehen, wie der Pflegealltag aussieht.“
Die Diakonie Schwabing hat es möglich gemacht: einen Arbeitstag lang konnte die Kandidatin die erfahrene Schwester Ursula Lehnberger auf ihrer ambulanten Tour begleiten und dabei eine Menge Einblick in die täglichen Herausforderungen gewinnen, denen sich die Pflegenden stellen müssen.“Eine sehr wertvolle Erfahrung, die sowohl nachdenklich macht als auch den Blick schärft“, kommentierte Hohenadl. „Wenn ich sehe, wie wenig Anerkennung die so verantwortlichen Pflegeberufe genießen, weiß ich, wo ich ansetzen muss. Hier muss die Gesellschaft dazulernen.“
Bei der anschließenden Besprechung wurden viele Probleme angesprochen, die Politik und Pflegepersonal gleichermaßen beschäftigen. Das wichtigste Thema war dabei der eklatante Mangel an Pflegekräften, der sich in Zukunft aufgrund der demographischen Entwicklung noch verschärfen wird.
Pflegedienstleiter Alexander Glas beklagte die Personalknappheit: „ Die Pflegekräfte, die wir haben, stehen unter enormem zeitlichen Druck“. Schwester Ursula ergänzte: „Aber wir brauchen die richtigen Leute. Dieser Beruf ist auch eine Berufung“. - Moritz Ostwald, Vorstand des Evangelischen Pflegedienstes München e. V. und Mitglied des Bezirksausschusses Schwabing-West, warnte in diesem Zusammenhang vor einer zu starken Akademisierung des Berufs, da dies Quer- und Späteinsteiger abschrecken könne: „Oft befinden sich gerade unter denen aber sehr geeignete Persönlichkeiten“.
Hohenadl betonte die die Notwendigkeit, ehrenamtliche Betätigung auf dem Pflegesektor von Jugend an zu fördern. „Das Pflegethema gehört an die Schulen, damit Berührungsängste abgebaut werden,“ erklärte sie. „Grundbegriffe der Pflege sind ein geeigneter Gegenstand für ein Wahlfach. Ich setze darauf, dass bei jungen Leuten auf diese auch Weise Interesse an den Pflegeberufen geweckt wird.“ Die Kandidatin will sich auch weiterhin für ein tragfähiges, zukunftsorientiertes Pflegesystem starkmachen. -